basket heart

Women in Food: 7 Gründerinnen, die die Foodbranche revolutionieren

Gründen bedeutet, eine Vision in die Realität zu holen – dazu benötigt es Mut, Kreativität und Durchhaltevermögen. Wer den Sprung in die Selbstständigkeit wagt, erhofft sich vor allem Freiheit. Doch leider erleben Frauen noch immer viel Gegenwind. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen müssen sie sich häufiger gegen Vorurteile behaupten, haben es schwerer Investoren zu finden und werden als Unternehmerinnen nicht gleichermaßen ernst genommen. Gerade in der männerdominierten Foodbranche müssen sie sich ihren Platz oft erst erkämpfen. Doch endlich nehmen Frauen auch in der Gastronomie immer mehr Raum ein und prägen diese mit ihrer einzigartigen Handschrift. Sie setzen auf Qualität, Ästhetik und neue Denkansätze.

Sieben Gründerinnen erzählen, wie sie ihre Leidenschaft in ein erfolgreiches Business verwandelt haben, sich neue Wege bahnen und dabei die Gastronomie nachhaltig verändern.

Aureen Aipoh: Die Alchemistin des glutenfreien Backens 

Glutenfreies Backen ist eine Wissenschaft für sich. Verschiedene Mehlsorten auszuprobieren reicht nicht aus, um das perfekte Gebäck zu erschaffen – es ist ein Spiel mit Texturen, Bindung und Aromen. Eine Aufgabe, der sich Aureen leidenschaftlich widmet. In Berlin gründete sie Oshione, eine glutenfreie Bäckerei, die Genuss ohne Kompromisse verspricht. 

Anfangs verkaufte sie ihre Kreationen auf dem Wochenmarkt. „Dort hatte ich Raum zum Experimentieren“, erzählt sie. Mit der Zeit wuchs nicht nur ihr Kundenstamm und ihr Angebot, sondern auch ihr Selbstbewusstsein als Unternehmerin. Doch der Weg war nicht immer leicht.

Für eine Frau, die ein Unternehmen gründet, ist die größte Herausforderung, dass man unterschätzt wird

sagt sie. „Die Leute trauen einem nicht zu, dass man es wirklich schafft.“ Doch genau das war ihre Motivation: nicht nur zu zeigen, dass es geht – sondern dass es exzellent geht! 

Hannah & Fee: Wenn Essen zur Kunst wird 

Hannah und Fee denken Gastronomie neu. Mit Herrlich Dining haben sie ein kulinarisches Catering-Konzept geschaffen, das weit über gutes Essen hinausgeht.

Wir verstehen uns als Food-Art-Directors

sagen sie. Ihr Anspruch: Essen als Gesamtkunstwerk! Hannah kümmert sich um das kreative Kochen, Fee setzt die Gerichte mit einer klaren Ästhetik  in Szene. Sie überlegt sich Inszenierungen, die eine Geschichte erzählen und Wiedererkennungswert haben. Hannah und Fee kochen ausschließlich vegetarisch mit saisonalen Zutaten von Lieferanten aus der Region.

Doch nicht nur das: Ihr Netzwerk ist geprägt von inspirierenden Frauen, mit denen sie gemeinsam neue kulinarische Erlebnisse schaffen. „Es ist uns eine Ehre, mit so tollen Frauen zu arbeiten“, sagen sie. Diese Wertschätzung sieht und schmeckt man. 

Chi Cao Hanh: Keramikkünstlerin mit dem Gespür für Genuss

Keramik und Gastronomie – für Chi sind Handwerkskunst und Kulinarik untrennbar miteinander verbunden. Ihre Reise begann mit einem simplen Wunsch: Sie wollte Teller für ihr eigenes Restaurant anfertigen. Dabei entdeckte sie ihre Berufung. „Als ich anfing, Keramik zu machen, verliebte ich mich in das Material und in die Idee, etwas mit meinen Händen zu machen.“ erzählt sie. Sie empfindet die Freiheit als das Schönste an der Selbstständigkeit. Chi kann sich nichts anderes mehr vorstellen als: „Ideen zu kreieren, auch mal ein Risiko einzugehen und für mich selbst, anstatt für jemand anderen zu arbeiten.“

Heute betreibt die Keramikkünstlerin mit ihrer Familie das Restaurant DUDU in Berlin – ein Hotspot für vietnamesische Küche. Ihre Mutter ist die Chefköchin, ihr Bruder erstellt Sushi-Kreationen – und sie? Sie hält die Fäden zusammen. „Ich war sozusagen die Kreativdirektorin“, sagt sie. Vom Logo über das Menü bis hin zur Einrichtung – jedes Detail trägt ihre Handschrift.

In Chis Kultur bedeutet Essen weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme.

In Vietnam ist Essen eine Sprache“, erklärt sie. „Wir sprechen ständig darüber, wir zelebrieren es – es verbindet uns.

Diese Philosophie spürt man in jedem Teller, in jedem handgefertigten Stück Keramik, das ihre Gerichte zum Kunstwerk macht. 

Marleen Franke: Die Visionärin mit dem Weinkeller

In einem ganz normalen Wohnhaus in Berlin Moabit, das ihren Großeltern gehört, hat Marleen einen Weinkeller errichtet. Im „Chateau Moabit“ lagern tausende Flaschen Naturwein, den sie zusammen mit Winzern in der Pfalz kreiert hat. 

Die aufgesprühten Weinetiketten sind einzigartig – inspiriert von der orangefarbenen Eingangstür des Wohnhauses, die im Laufe der Jahre zur Leinwand für die Graffiti-Szene in Moabit geworden ist. „Für mich zählt Qualität, nicht Quantität“, sagt Marleen und setzt sich  für regenerative Landwirtschaft, regionale Winzer und das Ende von Monokulturen ein.

Angehenden Unternehmerinnen möchte sie Folgendes mit auf den Weg geben: 

Es ist wie beim Fliegen. Am Anfang braucht es viel Energie, um abzuheben – aber wenn du einmal in der Luft bist, dann fliegst du. Hab Mut und geh los!

Rosina Ostler: Kunst auf dem Teller 

Als Chef de Cuisine im Münchner Restaurant Alois (ausgezeichnet mit zwei Michelin-Sternen) bringt Rosina ihre Kreativität auf die Teller. Für sie ist die Arbeit in der Küche mehr als nur Kochen, es ist eine Form des künstlerischen Ausdrucks. „Ich möchte wachsen und mich stetig weiterentwickeln. Und zwar zusammen mit meinem Team! Ich glaube, das ist ein eher weiblicher Ansatz“, betont sie.

Qualität steht für Rosina immer an erster Stelle, wenn sie auf der Suche nach geeigneten Zutaten ist. Doch auch Ästhetik spielt für sie eine zentrale Rolle, sei es beim Interiordesign des Restaurants oder bei den Kochutensilien:

Ich bin ein sehr visueller Mensch! Meine Liebe zur Kunst und zum Design spiegelt sich definitiv in meinen Gerichten wider.

Johanna Alscheken: Kreativität auf pflanzlicher Basis 

Vegane Küche ist eintönig? Johanna beweist das Gegenteil. Mit ihrem kulinarischen Studio eeeat zeigt sie, wie aufregend pflanzenbasierte Gerichte sein können. Angefangen hat alles auf Instagram, wo sie seit 2022 kreative Rezepte teilt. Ihr Ziel: Beweisen, dass veganes Essen alles andere als langweilig ist – vorausgesetzt, es wird kreativ zubereitet.

Auch ihre Tischdekorationen folgen dieser Philosophie. Sie kombiniert Vintage-Flohmarktfunde mit modernen Elementen und schafft so ein einzigartiges Ambiente. Gutes Essen und schöne Tischdesigns sind Trends, die uns vom hektischen Alltag entschleunigen sollen. Sie fordert:

Nimm dir Zeit! Nimm dir Zeit fürs Essen! Nimm dir Zeit, um mit Freunden zu essen!

Mut, Kreativität und Leidenschaft – 7 Frauen gestalten die Foodbranche neu 

Ob glutenfreies Backen, hollywoodreife Food-Inszenierung, selbstgemachte Keramik, innovativer Weinbau, kreative Spitzengastronomie oder pflanzenbasierte Kulinarik – diese sieben Frauen zeigen, wie facettenreich und kraftvoll weibliches Unternehmertum in der Foodwelt ist. Sie beweisen: Erfolg braucht Mut, Ausdauer – und vor allem die Leidenschaft, etwas Neues zu erschaffen.